Die Qual der Wahl: welche Hunderasse passt zu mir/uns?

Wenn in einer Familie die Entscheidung gefallen ist, sich einen Hund anzuschaffen, ist die nächste Hürde, die richtige Rasse zu finden – wenn es denn ein reinrassiger Hund sein soll. Gerade Hundeanfänger sind bei dieser Frage schon fast überfordert.

Wir dürfen leider immer wieder erleben, dass Hundebesitzer bei der Rassenauswahl ihre Prioritäten ausschließlich auf das Äußere, die Größe und/oder die Familientauglichkeit (gilt die Rasse als kinderlieb?) legen. Deshalb erfreuen sich Hunderassen wie Rhodasian Ridgebacks, Labrador- /Golden-Retriever oder Beagle, Münsterländer & Co. immer größerer Beliebtheit. Hierbei werden andere rassetypische Eigenschaften dieser Rassen schlicht unterschätzt oder verdrängt.

In der Erziehung haben diese Besitzer dann häufig arg zu kämpfen mit:

– dem Meutejagdtrieb des Beagles, der für Hundeanfänger oft nur sehr schwer einzudämmen ist. Was bedeutet, dass die meisten Beagle auf Spaziergängen ein Dasein an der Leine fristen 🙁

– Oder die Aufdringlichkeit und/oder Sturheit vieler Retriever, die ihre Besitzer ebenfalls zwingt, die Hunde viel an der Leine zu halten oder, bei einer hormonellen Problematik viel zu früh an Kastration zu denken – was manchem Hund schon die Persönlichkeit raubte.

– Oder die eher sensible Art eines Rhodasian Ridgebacks, der deshalb eher zu Unsicherheiten neigen kann und es da heraus auch zu Problemen mit Mensch oder Hund  kommen kann. In der Erziehung bedarf es eines sehr sensiblen „Händchens“, um aus dieser Schönheit auch einen zuverlässigen Hundepartner zu erziehen.

Wir denken, es gibt weitaus mehr Rassen, die die oben genannten positiven Eigenschaften mitbringen aber unserer Erfahrung nach relativ unkompliziert im weiteren Alltag sind – nicht zu sensibel, nicht zu dickfellig, genügsam und sogar bescheiden in den Ansprüchen.

Es lohnt sich also sich auch einmal über etwas unbekanntere Hunderassen zu informieren. Wir sind Ihnen auch gerne behilflich und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Vor kurzem bat mich z.B. eine Familie, ihnen bei der Suche nach einem Parson Russel Terrier Welpen behilflich zu sein. Nach unserem ersten Gespräch war ich skeptisch, ob ein Parson Russel Terrier für die Lebenssituation dieser Familie das Richtige ist. Ich schlug ihnen eine andere, weniger bekannte Rasse vor: den niederländischen Stabyhoun (kurz: Stabij). Und obwohl dieser eher zu den größeren Hunderassen gehört, erkundigte sich die Familie eingehend und ich konnte den Kontakt zu Kunden herstellen, die ihren Stabyhoun einmal vorstellten. Heute ist die Familie Besitzer einer sehr netten und wohlerzogenen Stabij-Hündin und kann es sich gar nicht mehr anders vorstellen 🙂

Nicht alle Jagdhunderassen sind gleich schwer erziehbar, nicht alle Retriever- und Hütehunderassen sind leicht erziehbar – es gibt immense Unterschiede, wie wir in unserer Praxis feststellen. Unsere  Empfehlungen und Beratungen beruhen deshalb ausschließlich auf unserer Berufserfahrung und nicht unbedingt auf einschlägige Literatur!

Sollten Sie Fragen haben, oder eine persönliche Beratung wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Ebenfalls stellen wir als Anregung auch eine Auflistung von unbekannteren Rassen zur Verfügung, die wir auch für Hundeanfänger für durchaus empfehlenswert halten. Manchmal lässt sich auch ein Kontakt zu Kunden herstellen, die ihren Hund gerne einmal vorstellen, damit man eine unbekanntere Rasse kennen lernen kann.

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