Hund entläuft – was nun?

Gestern, auf dem Rückweg vom Welpenkurs in Düsseldorf, kam auf Höhe der Rennbahn ein mittelgroßer Hund, völlig panisch mittig die Straße entlang gelaufen. Frauchen lief hinterher und rief aus Leibeskräften, der Hund wurde immer schneller und raste immer weiter. Zum Glück hielten auf beiden Fahrbahnseiten alle PKW an, und der Hund konnte nach geschätzten 500m wieder in einen Waldweg flüchten. So war zumindest vorerst die Gefahr vom Straßenverkehr gebannt. Ich entschloss mich spontan zu helfen, parkte mein Fahrzeug und stieg mit meinen Hunden aus. Das Wegabschneiden bzw. Anlocken mit meinen eigenen Hunden funktionierte leider auch nicht, der Hund war völlig durcheinander, überlegte nicht lange, machte kehrt, um in die andere Richtung weiter zu flüchten.


Wie verhält man sich in solch einer Situation richtig?

Entfernt sich der Hund aus Panik, hilft im gleichen Moment wohl als erste Maßnahme entgegengesetzt zu laufen und dabei gewohnte und vor allem freundliche Geräusche zu machen (Schnalzen, Rufen mit hoher Stimmlage etc.). Einem panischen Hund hinterher zu schreien, bewirkt nämlich, dass er eher mehr Angst bekommt und erstrecht flüchtet. Reagiert der Hund gar nicht mehr, sollte man versuchen, ihm ruhig hinterher zu gehen. Wenn er dann irgendwann anhält, hilft es immens, selber in die Hocke zu gehen, ihn freundlich anzusprechen und mit Leckerlie zu sich zu locken. Dies verlangt vom besorgten Hundehalter selbstverständlich ein hohes Maß an Selbstbeherrschung.

Wenn der Hund aber aus Panik nur noch rennt, ist ein Einholen fast unmöglich. Sobald der Hund außer Sicht ist, ist die Uhrzeit festzustellen. Häufig gerät ein Hundehalter aus Sorge um seinen Hund selber derart in Panik, dass nur einige Minuten sich schon wie eine Ewigkeit anfühlen. Ein exaktes Festhalten der Uhrzeit ist aber sehr wichtig, um abschätzen zu können, wie weit er inzwischen gelaufen sein könnte. Auch für eine Meldung an die Polizei ist die exakte Uhrzeit äußerst wichtig. ei panischen Hunden funktioniert es meistens leider nicht, darauf zu setzen, dass er an den Ort zurückkehrt, wo er Frauchen/Herrchen zuletzt gesehen hat. (Im Gegensatz dazu kehrt ein jagender Hund in der Regel dorthin zurück!)
Jetzt kann man nur noch hoffen, dass der Hund seinen Rückweg zum Parkplatz/Auto oder bis zur Haustür kennt und aufsucht.

Bleibt der Hund weiterhin verschwunden, informiert man nach angemessenem Warten die ansässigen Tierheime, bei gechipten, also registrierten Hunden TASSO/Haustierregister und natürlich die Polizei. Sollte der Hund schon aufgegriffen oder gesehen worden sein, bekommen diese Stellen Meldungen über den derzeitigen Aufenthaltsort.


Maßnahmen für die Zukunft!

Ist ihr Hund schon einmal entlaufen oder besteht die Gefahr (Unsicherheit, Angst, Jagdtrieb), ist das Anbringen der eigenen Handynummer, gut sichtbar auf einer Plakette, einem Aufdruck am Halsband/Geschirr etc. unbedingt erforderlich!!!
Oft kann ein entlaufener Hund aufgrund der Handynummer so bereits nach einigen Minuten schon wieder zu seinem Besitzer zurück gebracht werden.

Viele Hunde erinnern sich noch lange Zeit an die Stellen, an denen sie einmal entlaufen sind. Hier ist die Gefahr besonders hoch, dass der Hund eine Art „déjá-vu“ erlebt und wieder flüchtet. Er sollte deshalb an diesen Orten unter besonderer Aufsicht stehen (z.B. vorher angeleint werden).

Gerne stehen wir Ihnen und Ihrem Hund auch bei den Themen Jagdverhalten, Unsicherheit oder Angstzuständen professionell zur Seite.

Hundeschule Rhein-Wupper –
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